Historische Handwerkskunst

Das alte Handwerk
des Kerzenzieher

Schmelzen, Tauchen, Formen. In unserer Werkstatt in Frankfurt lernen Sie die Herstellung von Kerzen aus Rindertalg und pflanzlichen Fetten nach Rezepturen, die seit Jahrhunderten überliefert sind.

Frankfurt am Main
Kleine Gruppen
Natürliche Rohstoffe

Rindertalg & Pflanzenfette

Authentische Materialien, historische Technik, zeitlose Ergebnisse.

Schmelzen & Mischen
Tauchen & Formen
Licht aus eigener Hand zu schaffen ist eine der ältesten handwerklichen Fähigkeiten der Menschheit. Das Wissen darum zu bewahren bedeutet, eine Verbindung zur Geschichte lebendig zu halten.
Parelqenai Werkstatt, Frankfurt
Über uns

Eine Werkstatt für überliefertes Handwerk

Parelqenai widmet sich der Weitergabe handwerklicher Techniken, die in der industriellen Gegenwart kaum noch praktiziert werden. Im Mittelpunkt steht das Kerzenziehen nach historischen Methoden.

Historische Rezepturen

Die Zusammensetzungen von Fettmischungen aus Rindertalg, Schmalz und pflanzlichen Ölen folgen Quellen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Jede Mischung hat eigene Schmelzpunkte, Brenneigenschaften und Konsistenz beim Tauchen.

Reiner Rindertalg

Rindertalg war über Jahrhunderte der Standard-Rohstoff für Kerzen in Mitteleuropa. Er brennt ruhig, riecht neutral bei guter Qualität und lässt sich gut verarbeiten. Wir verwenden aufbereiteten Talg aus kontrollierten Quellen.

Pflanzliche Fette

Kokosfett, Palmöl und gehärtete Pflanzenfette ergänzen oder ersetzen tierische Fette. Die unterschiedlichen Schmelzpunkte ermöglichen das Experimentieren mit Kerzenqualität, Härte und Tropfverhalten.

Natürlich

Handarbeit im Mittelpunkt

Kein Gießen in Formen. Das Ziehen bedeutet: Docht eintauchen, herausziehen, abtropfen lassen, wieder eintauchen. Schicht für Schicht wächst die Kerze. Diese Geduld ist Teil des Lernens.

Eigenbedarf schaffen

Teilnehmer nehmen ihre fertigen Kerzen mit nach Hause. Wer das Verfahren beherrscht, kann mit einfachem Equipment zu Hause weiterarbeiten. Wir zeigen, welche Materialien sich für den Eigenbedarf eignen.

Kleine Kursgruppen

Wir arbeiten in kleinen Gruppen, damit jeder Teilnehmer ausreichend Zugang zu den Werkzeugen und persönliche Begleitung bekommt. Kurse finden in unserer Werkstatt in Frankfurt statt.

Wie es läuft

Von der Theorie zur fertigen Kerze

Ein Kurstag folgt einer klaren Struktur. Wissen kommt zuerst, dann kommt die Praxis.

01

Einführung in Rohstoffe

Wir beginnen mit den Materialien. Rindertalg, verschiedene pflanzliche Fette, Dochte aus Baumwolle und Hanf. Jeder Rohstoff wird vorgestellt, beschrieben und befühlt. Warum welches Fett für welchen Zweck geeignet ist, erschließt sich durch direktes Vergleichen.

02

Schmelzen der Fettmischung

Am Herd oder im Wasserbad werden die Fette gemeinsam geschmolzen. Temperaturkontrolle ist dabei wesentlich. Zu heiß, und der Talg verfärbt sich. Zu kalt, und der Docht nimmt beim Tauchen zu wenig Material auf. Wir messen, beobachten und passen an.

03

Vorbereitung der Dochte

Dochte werden zunächst gewachst oder in die erste dünne Schicht Fett getaucht, damit sie gerade bleiben. Die Länge und Dicke des Dochts beeinflusst die spätere Flamme. Zu dünn brennt die Kerze schnell, zu dick tropft sie.

04

Wiederholtes Tauchen

Jetzt beginnt das eigentliche Ziehen. Der Docht wird in die flüssige Fettmischung getaucht, herausgezogen, kurz in der Luft gehalten und abgekühlt. Dieser Vorgang wiederholt sich viele Male. Nach etwa 20 bis 30 Tauchgängen ist eine rustikale Kerze entstanden.

05

Nachbearbeitung und Mitnahme

Fertige Kerzen werden abgekühlt, der Docht auf die richtige Länge gekürzt und bei Bedarf in Form gedrückt oder gerollt. Jede Kerze ist ein Unikat. Teilnehmer nehmen ihre Ergebnisse mit und erhalten Hinweise zur Handhabung.

Techniken & Wissen

Methoden im Detail

Die verschiedenen Aspekte des Kerzenzieher-Handwerks im Überblick.

Rindertalg: Der klassische Rohstoff

Rindertalg wird aus dem Nierenfett des Rindes gewonnen und durch Ausschmelzen gereinigt. Der Schmelzpunkt liegt je nach Verarbeitung zwischen 40 und 50 Grad Celsius. Das macht ihn bei Raumtemperatur fest, aber bei moderater Wärme verarbeitbar.

Für das Kerzenziehen eignet sich aufbereiteter, geruchsarmer Talg. Frischer Talg hat einen charakteristischen Eigengeruch, der beim Brennen bemerkbar ist. Historisch wurde dies akzeptiert oder durch Zugabe von Wacholderöl gemildert.

  • Schmelzpunkt 40-50°C je nach Aufbereitung
  • Feste Konsistenz bei Raumtemperatur
  • Lange Brenndauer bei korrekter Dochtdicke
  • Historisch weitverbreitet in Mitteleuropa

Pflanzliche Fette: Vielfalt im Schmelzpunkt

Kokosfett schmilzt bereits bei 24 bis 26 Grad, gehärtetes Palmöl dagegen erst bei 55 bis 60 Grad. Diese Unterschiede erlauben es, Kerzen mit verschiedenen Eigenschaften herzustellen, ohne den Grundprozess zu verändern.

Mischungen aus Talg und Kokosfett ergeben eine glattere Oberfläche. Palmöl erhöht die Härte. Das Experimentieren mit Anteilen ist Teil des Lernens in der Werkstatt.

  • Kokosfett: weich, niedriger Schmelzpunkt
  • Gehärtetes Palmöl: fest, hoher Schmelzpunkt
  • Mischungen beeinflussen Oberfläche und Härte
  • Rein pflanzliche Kerzen möglich

Dochte: Feines Material mit großer Wirkung

Der Docht ist nicht nur ein Träger der Flamme, er steuert, wie das Fett schmilzt und aufgezogen wird. Zu dicke Dochte erzeugen große Flammen und lassen Kerzen schnell abbrennen. Zu dünne Dochte erlöschen im eigenen Schmelzpool.

In der Werkstatt verwenden wir gezwirnte Baumwolldochte in verschiedenen Stärken. Historisch wurden auch geflochtene Leinenfäden verwendet, die wir ebenfalls zeigen.

  • Baumwolldochte in verschiedenen Stärken
  • Historische Leinenfaden-Alternative
  • Dochtdicke bestimmt Flamme und Brenndauer
  • Vorwachsen verbessert die erste Tauchschicht

Temperaturkontrolle: Das Herzstück des Prozesses

Die Temperatur der Fettmischung beim Tauchen entscheidet über alles. Zu heiß, und das Fett löst die vorherige Schicht wieder ab. Zu kalt, und es bilden sich Klumpen statt gleichmäßiger Schichten. Das optimale Fenster liegt oft nur wenige Grad auseinander.

Wir arbeiten mit Thermometern und lernen dabei auch, die Temperatur an der Konsistenz des Fettes abzulesen. Ein erfahrener Handwerker erkennt den richtigen Moment am Verhalten des Tauchmaterials.

  • Optimales Tauchfenster je nach Fettmischung
  • Thermometermessung und Sichtkontrolle
  • Zu heiß löst vorherige Schichten
  • Zu kalt erzeugt ungleichmäßige Oberflächen
Kursangebot

Werkstattkurse in Frankfurt

Verschiedene Formate für verschiedene Interessen und Zeitbudgets.

Halbtag

Einführungskurs

Für Einsteiger ohne Vorkenntnisse. In vier Stunden lernen Teilnehmer die grundlegenden Handgriffe: Fett schmelzen, Docht vorbereiten, erste Tauchgänge durchführen. Jeder geht mit zwei selbst gezogenen Kerzen nach Hause.

  • Materialien inklusive
  • Zwei fertige Kerzen zum Mitnehmen
  • Begleitetes Arbeiten in kleiner Gruppe
  • Einführung in Rohstoffkunde
Anfragen
Gruppe

Gruppenworkshop

Für Vereine, Schulklassen, Familien oder andere Gruppen. Der Workshop wird auf die Gruppe abgestimmt. Mindestgröße sind sechs Personen. Terminabsprache und Programmgestaltung nach Bedarf.

  • Individuelle Programmgestaltung
  • Für Vereine, Schulen, Familien
  • Termine nach Absprache
  • Ab sechs Personen
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Werkstatt Frankfurt Friedrich-Ebert-Anlage 36
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Parelqenai Kerzenwerkstatt
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